Planung und Bau von
Regenwassernutzungsanlagen
von Detlev Steinle
FBR-Regenwasser-Experte
Grundsatzinformation
Jede
Gebäudetechnik
- wie z. B. auch die Heizung, die vom technischen Anspruch her mit der
Regenwassernutzung gleichzusetzen ist - befindet sich in einer
ständigen
Weiterentwicklung. Trotzdem läßt sich heute schon ein
erforderlicher
technischer Mindeststandard realisieren, der sich aus der Praxis und
Untersuchungen
der letzten Jahre ergeben hat und in der zukünftigen neuen DIN
1989
dokumentiert wird. Sowohl bei Neubauten als auch bei
nachträglichen
Installationen sollten folgende Prinzipien grundsätzlich
berücksichtigt
werden:
- Nutzung von
Ablaufwasser
nur von geeigneten Dachflächen (keine Asbestdächer)
- Kein
Anschluß
sonstiger
versiegelter Flächen wie Balkone, Terrassen, Hof- oder
Verkehrsflächen
wegen möglicher massiver Verschmutzungen
- Gestaltung der
Ableitungssysteme
gemäß DIN 1986 (Gewährleistung der
Gebäudeentwässerung
auch bei Störfällen in der Anlage, keine
Querschnittsverengungen,
Entlüftung der Abwasseranlage)
- Feinfilterung
des
Wassers
vor dem Speicher
- Gewährleistung
der Funktionstüchtigkeit
der 2. und 3. Reinigungsstufe im Speicher
- Sicherung des
Speichers gegen
Fremdschmutzeintrag und Wasseraustritt
- kurze und
möglichst
gerade Leitungsführungen
- Verwendung
korrosionsbeständiger
Materialien und hochwertiger, langlebiger Bauteile
- Ausschluß
von
Licht
und hohen Temperaturen
- Strikte
Trennung
von Trink-
und Brauchwassersystem (DIN 1988); durchgängige Kennzeichnung
aller
Anlagenteile und Rohre als "Kein Trinkwasser".
Dachflächen
Extrem schmutzbelastete
Dächer
(Taubenschlag, regelmäßig starke Staubentwicklung in
unmittelbarer
Umgebung, z. B. Zementwerk) sollten nicht genutzt werden. Bis auf
einige
Ausnahmen sind alle Dachmaterialien für das Auffangen von
Regenwasser
geeignet. Nicht, bzw. eingeschränkt geeignet sind:
- Gras- oder
Sedumdächer
(Ablaufwasser gefärbt, nur für Gartenbewässerung)
- verwitterte
Asbestzementdächer
(stellen auch ohne Regenwassernutzung durch den hohen Faserabtrag eine
Art von fahrlässiger Körperverletzung dar und sollten
dringend
saniert werden)
- Dächer mit
frischer
Bitumenbeschichtung oder dauerhaft elastischer Bitumenpappe
(Anschluß
der Waschmaschine erst nach Ende der Farbstoff- und Geruchsabgabe an
das
Ablaufwasser)
- Metalldächer,
außer
Edelstahl (ungeeignet für die Nutzgartenbewässerung,
Anreicherung
von Metallionen im Boden und Gemüse)
Bei den Ableitsystemen
(Dachrinnen
und Fallrohre) ist peinlichst darauf zu achten sie so zu gestalten,
daß
eine zügige Abführung des Wassers erfolgt und keine Reste im
System verbleiben ("Wassersäcke" in Dachrinnen). Die DIN 1986 ist
zu beachten.
Verunreinigungen in
Dachrinnen
oder dem übrigen Ableitungssystem können zu
unerwünschten
Schmutzschüben und Ablage von Insekteneiern und -larven
führen,
die dann in den Speicher gelangen. Je nach Dachneigung und Dachbelag
werden
unterschiedlich große Niederschlagsanteile verdunstet oder
zurückgehalten
(z. B. Pfützenbildung bei Flachdächern). Grundsätzlich
sollten
alle geeigneten Dachflächen an eine Anlage angeschlossen werden.
Filterung (1. Reinigungsstufe)
Generell muß das
Dachablaufwasser
vor dem Eintritt in den Speicher feingefiltert werden
(Orientierungsgröße:
Maschenweite < 0,3 mm). Auf weitere Feinfilter nach dem Speicher
sollte
grundsätzlich verzichtet werden, da diese unnötig sind. Durch
Strömungswiderstände wird oft die Lebensdauer der Pumpe stark
verkürzt und Bakterienwachstum am Filtereinsatz macht sie zu
regelrechten
Keimschleudern.
Anforderungen an
Filtersysteme:
- Zuverlässiges
Entfernen
von groben und von kleinen Partikeln aus dem Dachablaufwasser
- Dauerhaft gute
Filterwirkung
mit geringen Wasserverlusten
- Kein Zusetzen,
kein
Verkeimen,
kein Verpilzen, kein Veralgen
- Frostsicherheit
- Sicherstellen
der
Gebäudeentwässerung
nach DIN 1986 auch bei Zusetzen des Filters oder Absperren des
Speicherzulaufes
- Gute
Zugänglichkeit,
einfache Reinigung ohne Folgekosten
- Wartungsarmut
Viele für
Regenwasseranlagen
angebotene Filtersysteme erfüllen diese Kriterien nicht, da sie
den
ausgefilterten Schmutz festhalten, zu einer Wassersperr- und
Keimschicht
anreichern und zuwachsen (z. B. Sand-/Kiesfilter, Mattenfilter,
Gewebefilter
u. ä.). Sie erfordern, um große Wasserverluste und eine
Verkeimung
zu vermeiden, intensive Wartungsarbeit und stellen eher eine
Beschäftigungstherapie
dar, anstelle einer sinnvollen Gebäudetechnik. Durch die
Schmutzansammlung
in diesen Filtern wird z.B. Vogelkot aufgelöst und gelangt in den
Speicher. Eine nachträgliche Ausfilterung dieser Stoffe ist nicht
mehr möglich.
Ideal sind hingegen
Filtersysteme,
die sich weitgehend selbst reinigen (Filtersammler, Standrohrfilter,
Wirbelfeinfilter).
Sie führen den Schmutz direkt in den Kanal ab. Vogelkot wird vom
Dach
nur abgelöst und in seiner festen Form in den Kanal geleitet. Das
Wasser ist somit arm an Nährstoffen, durch die große
Filteroberfläche
aber stark mit Sauerstoff angereichert.
Sollen Filter im
Speicher
integriert sein?
Aus optischen
Vereinfachungsgründen
werden zwischenzeitlich Erdspeicher mit integriertem Filter angeboten.
Es wird hierdurch eine einfachere Installation versprochen. Durch diese
Werbeaussagen werden von vielen Anbietern die erheblichen Nachteile
übersehen
(oder verschwiegen):
- Der
Revisionszugang
zum Speicher
wird verkleinert und erschwert.
- Über den
Filter können
Kanalgase in den Speicher gelangen (keine gasdichten Deckel bei Filtern)
- Die Reinigung
und
Revision
des Filters wird erschwert, falls keine Rückspülvorrichtung
im
Filter eingebaut ist, da erst der (schwere) Zisternendeckel
geöffnet
werden muß.
- Bei einem
Rückstau im
Filter (z. B. durch Kanalrückstau) wird Schmutz über den
Deckelüberlauf
des Filters in die Zisterne eingetragen.
- Eine
Kleintiersperre im gemeinsamen
Filterab- und Zisternenüberlauf (Verstoß gegen DIN 1986)
kann
zu Verstopfungen und Rückstau mit Schmutzeintrag in die Zisterne
führen.
Aufgrund dieser
erheblichen
Risiken werden bei REWALUX Speicher mit integrierten Filtern nur
eingeschränkt
angeboten. Die REWALUX-Systeme sind so gestaltet, daß bei Bedarf
der Filter direkt vor den Erdspeicher gesteckt werden kann und somit
die
Montage genauso einfach ist, wie bei einem integrierten Filter.
Speicher
Regenwasserspeicher
dienen
nicht nur der Lagerung sondern auch der Reinigung des
Niederschlagswassers.
Dabei ist die Reinigungsleistung unmittelbar von der Wasserführung
im Speicher (Zulauf, Überlauf, Entnahme) abhängig. Dies gilt
sowohl für Speicher im Außen- als auch im Innenbereich.
Erdspeicher
sind grundsätzlich den Innenspeichern vorzuziehen, da sie eine
natürliche
„Klimaanlage“ besitzen und keinen teuren Kellerraum benötigen.
Eine
eiserne Planungsregel besagt außerdem, daß Wasser
außerhalb
des Gebäudes nicht wieder ins Gebäude geführt werden
sollte.
Bei Speichern im
Innenbereich
(Keller) ist unbedingt darauf zu achten, daß der
Speicherüberlauf
oberhalb der Rückstauebene (meist Straßenniveau) liegt, da
sonst
Überflutungsgefahr besteht. Kellerspeicher können auch nicht
durch Rückstauklappen gegen Kanalrückstau gesichert werden.
Eine
solche Rückstauklappe würde eine Kellerüberflutung durch
das eigene Dachablaufwasser verursachen.
Regenwasserspeicher
müssen
folgende Bedingungen erfüllen :
- Dauerhafte
Wasser-
und Lichtdichtigkeit,
Lagertemperatur dauerhaft unter 18º C, Frostsicherheit
- Formstabilität,
Sicherung
gegen Setzrisse und Aufschwimmen
- Langlebigkeit
- Beruhigter
Zulauf
von Regen-
und Trinkwasser. Beruhigtes Ansaugen. Dauerhafte Sedimentation aller
Stoffe,
die schwerer als Wasser sind. (2. Reinigungsstufe).
- Entfernung
aller
Stoffe,
die leichter als Wasser sind und aufschwimmen (nicht zu großer
Speicher,
richtig gebauter Überlauf). (3. Reinigungsstufe)
- Volumenbemessung
nach Dachflächengröße
und Niederschlagsmenge (nicht zu groß!)
- Sicherung des
Überlaufes
gegen Fremdwasser/Rückstau, Kanalgase und Tiere
- Gute
Zugänglichkeit,
einfache Reinigung ohne Zusatzkosten, Wartungsarmut
- Dauerhaft dicht
Anschlüsse
für Zu- und Ablauf
- Dauerhaft
dichten
Anschluß
DN 100 für ein Technikleerrohr (sichere Verlegung aller
Anschlussleitungen
zum Ha
Diese Anforderungen
werden
in der Praxis fast nur von Speichern in monolithischer Bauweise
erfüllt,
d.h. Wasserbehälter aus einem Guß, ohne Fugen und
Nähte.
Fugen und Nähte in Erdspeichern bergen darüber hinaus noch
das
Risiko von Wurzelangiffen. In der Praxis haben sich monolithische
Erdspeicher
aus PE oder Beton bewährt
und
durchgesetzt.
Gewarnt sei
ausdrücklich
vor Erdspeichern im Heimwerker-Selbstbauverfahren und aus Betonringen.
Speicher im Selbstbauverfahren können nur von qualifizierten
Personen
hergestellt werden, die über ausreichende Kenntnisse bei
Materialverfahren
und Statik verfügen. Bei Speichern aus Betonringen ist selbst bei
fachgerechter Verarbeitung langfristig keine Dichtheitsgarantie
gegeben,
da Feuchtigkeitsspannungen und nachträgliche Erdsetzungen zu
undichten
Fugen führen könne.
Welches Material soll ich für
meinen
Erdspeicher wählen?
Sowohl PE, wie auch
Beton
haben ihre Berechtigung und jeweils spezielle Vorteile als
Auswahlkriterium.
Untersuchungen haben
ergeben, daß der ph-Wert des Regenwassers in Betonspeichern
leicht
(ca. 0,5 - 1 Punkt) angehoben wird, wobei in PE-Speicher festgestellt
wurde,
daß die Keimzahl etwas geringer ist.
Diese Untersuchungen
sind Laborwerte und sollten für die Speicherauswahl nicht
überbewertet
werden, da sie in der Praxis bei der häuslichen Anwendung keine
Auswirkung
haben.
Die Entscheidung sollte
daher nach der Bausituation getroffen werden:
PE-Speicher
können leicht
per Hand transportiert und eingebaut werden, eignen sich besonders
für
den Einbau im Gartenbereich oder schwer zugänglichen
Grundstücksbereichen,
wenn keine Überfahrbarkeit erforderlich ist. PE-Speicher werden
meist
anschlußfertig mit strömungsberuhigtem Zulauf und
Überlaufsiphon
geliefert.
Betonzisternen
eignen
sich
für den Einbau in Verkehrs- und Stellflächen, wo eine
Überfahrbarkeit
erforderlich ist. Sie müssen mit einem Kran versetzt und die
Zubehörteile
(Zu- und Ablauf) vor Ort eingebaut werden. Der Montageaufwand ist
geringfügig
höher gegenüber einem anschlußfertigen PE-Speicher.
Strömungsberuhigte Zulauf (2.
Reinigungsstufe)
Das frische, mit
Sauerstoff
angereicherte Wasser muß im Speicher strömungsberuhigt nach
unten zugeführt werden. Stoffe, die schwerer als Wasser sind
müssen
sich am Speicherboden absetzen (Sedimentation) und dürfen nicht
aufgewirbelt
werden. Auf diesem beruhigten Bodensediment bildet sich nach einiger
Zeit
ein positiver Bakterienflor, der Sauerstoff benötigt um seine
Reinigungswirkung
im Speicher voll zu entfalten und somit eine oxydative Sedimentation
entsteht
(mikrobiologische Klärwerksfunktion).
Beim Einsatz der vorher
beschriebenen Filtersysteme beträgt die Sedimentationsmenge im
Jahr
ca. 2 mm, d.h. in 10 Jahren hat sich im Speicher eine
Sedimentationsschicht
von nur 2-3 cm gebildet.
Eine Wasserführung
im Speicher, bei der das Wasser durch Filtermedien von oben
hineintröpfelt
kann keine optimale Oxydation auf dem Sedimentboden erzeugen.
Langfristig
kann bei solchen Systemen auf dem Speicherboden Faulschlamm durch
Sauerstoffmangel
entstehen. Das Wasser ist dann im oberen Bereich frisch, aber im
unteren
Bereich muffig. Die mirkobiologische Selbstreinigung arbeitet nicht
ausreichend
und das Wasser muß dann verworfen werden.
Die Wasserentnahme
muß
so gestaltet sein, daß eine Verwirbelung und Ansaugung des
Bodensedimentes
zuverlässig verhindert wird.
Demo
Überlauf (3. Reinigungsstufe)
Der Überlauf des
Speicher
muß mit einem groß dimensionierten Geruchsverschluß
gegen
Kanalgase und einer Sicherung gegen Ratten ausgestattet sein. Der
Geruchsverschluß
muß so ausgebildet sein, daß auch bei längeren
Trockenperioden
ein zuverlässiger Abschluß des Überlaufs
gewährleistet
ist (großer Siphon oder permanenter mechanischer Verschluß)
Die speicherseitige
Ablauföffnung
muß als Skimmer ausgebildet sein, um sicherzustellen, daß
beim
Überlauf die Schwimmschicht aus fetthaltigen Schmutzpartikeln und
Pollen automatisch abgezogen wird, eine Technik die im Schwimmbadbau
schon
lange erprobt ist.
Durch die wichtige
Funktion
des Überlaufs wird auch die Speichergröße begrenzt, da
sichergestellt werden muß, daß der Speicher möglichst
mehrmals im Jahr überläuft.
Alle Erdspeicher
müssen
gegen Rückstau aus dem Kanal oder einer Versickerung gesichert
sein.
Hierbei ist die jeweils örtliche Rückstauebene zu
berücksichtigen,
die im Zweifel, wenn vom Bauamt nicht anderes angegeben, mit der
Höhe
des Straßenniveaus anzunehmen ist. Liegt der
Speicherüberlauf
unterhalb der Rückstauebene (meistens) müssen technische
Rückstausicherungen
eingebaut werden (z.B. Rückstauklappe, Hebeanlage)
Das Fehlen der 2.
und
3. Reinigungsstufe führt nach einiger Zeit häufig zu jauchig
riechendem Wasser.
DIN-Hinweis zum
Anschluss
des Überlaufs:
Nach der neuen DIN
1989,
Teil 1, soll der Überlaufanschluss an einen Kanal oberhalb der
Rückstauebene
erfolgen. Liegt der Überlaufanschluss unterhalb der
Rückstauebene
wird folgende Sicherheitseinrichtung empfohlen:
| - bei
Anschluss an Regenwasserkanal
/ Versickerungsanlage |
Rückstausicherung
und Kleintiersperre |
| - bei
Anschluss an Schmutzwasser-
/ Mischkanal |
Hebeanlage
über
die Rückstauebene |
Kleintiersperren wie
z.B. Sterne, Spiralen, etc. stellen eine Querschnittsverengung im
Überlaufrohr
dar und dürfen gem. DIN nicht verwendet werden.
Die DIN (Deutsche
Industrie
Norm) dokumentiert den Stand der Technik, wie er von den
Ausschussmitgliedern
der Industrie definiert wurde. Sie ist ausdrücklich keine
Gesetzesvorschrift!
Pumpen / Hauswasserwerke
Je nach Anlage
können
unterschiedliche Pumpentypen verwendet werden. Durch die Wahl von
bedarfsangepaßten
Ein- und Ausschaltdrücken werden Pumpe und Leitungssystem
geschont.
Auf jeden Fall sollten für das Kernstück einer Anlage
hochwertige
Produkte verwendet werden.
Vor Billigangeboten
wird
ausdrücklich gewarnt, sie sind langfristig durch hohen
Verschleiß
und häufigen Ausfall teurer und stellen keine Ersparnis dar.
Billige
Pumpen haben oft einen hohen Stromverbrauch und wandeln diesen anstelle
in Pumpleistung in Wärme und Lärm um.
Anforderungen an
eine
Pumpe/Hauswasserwerk:
- Bedarfsangepaßte
Leistungsauslegung
mit geringem Stromverbrauch
- Hoher
Wirkungsgrad
(kleiner
Spalt zwischen Pumpengehäuse und Laufrad)
- Durchgängige
Verwendung
hochwertiger, korrosionsfreier Materialien
- Langlebigkeit
(verschleißarme
Mechanik, hochwertige Lager, Reparaturfreundlichkeit)
- Betrieb ohne
Membrandruckgefäße
(Druckausgleichsgefäß)
- Ruhiger Lauf,
geringe Geräuschentwicklung
(besonders geeignet: mehrstufige Pumpen) und geräuschgedämmte
Aufstellung mit flexiblen Anschlüssen an das Leitungsnetz.
- Sicherung gegen
Trockenlauf
- Keine
größeren
wassergefüllten Hohlräume, z. B. mit der Pumpe verbundene
Druckmembrangefäße
(undurchspülte Druckausgleichsgefäße)
Diese Kriterien werden
fast
nur von mehrstufigen Kreisel- oder teuren Kolbenpumpen erfüllt.
Die
Pumpen können sowohl trocken (Kellerpumpen/Saugpumpen), wie auch
naß
(Tauchpumpen) aufgestellt werden.
Tauchpumpen haben
einen
energetisch besseren Wirkungsgrad gegenüber Saugpumpen, da hier
keine
Saugverluste anfallen. Hinzu kommt, dass bei Tauchpumpen keine
störanfällige
und teure Saugleitung (Vakuumleitung) vorhanden ist und die Pumpen
geräuschmindernd
im Speicher außerhalb des Hauses montiert sind. Es entstehen
keine
Pumpengeräusche in Haus, wenn z.B. nachts die Toilette benutzt
wird.
Physikalische Beschränkungen bezüglich Sauglänge und
Saughöhe
bestehen nicht.
Bei der Verwendung
von
Tauchpumpensystemen ist darauf zu achten, nur solche Systeme zu
verwenden,
die kein Sediment ansaugen können (Sedimentprotektor oder
schwimmende
Entnahme) und jederzeit zugänglich sind ohne in den Speicher
einsteigen
zu müssen (Reparaturfreundlichkeit).
REWALUX hat bereits
seit
1994 sehr positive Erfahrungen mit der Verwendung von Tauchpumpen. Die
Systeme wurden wartungsfrei und reparaturfreundlich entwickelt,
sodaß
zwischenzeitlich über 95% der Nutzer von REWALUX-Anlagen die
Vorteile
des störungs- und geräuschfreien Betriebes zu schätzen
wissen.
Verwenden Sie auf
keinen
Fall sog. Hauswasserwerke, d.h. Jet-Pumpen mit
Ausdehnungsgefäß.
In diesen undurchspülten Ausdehnungsgefäßen entwickeln
sich Bakterien, die das Wasser aufgrund von Sauerstoffmangel faulen
lassen
und die Gummimembrane des Ausdehnungsgefäßes zerfressen.
Soll bei der Nutzung
für
die Waschmaschine ein zusätzlicher Feinfilter verwendet werden?
Bereits in den
vorherigen
Kapiteln über die Reinigungsstufen ist ausgeführt, daß
die Wasserqualität aufgrund der 3 natürlichen
Reinigungsstufen
so gut ist, daß keine weiteren Filter erforderlich sind.
Im Gegenteil
verursacht
ein zusätzlicher Feinfilter aus der Trinkwassertechnik ein
unnötiges
Risiko, Wartungsaufwand und Folgekosten. Aufgrund der häufig
klaren
Filtertassen besteht das Risiko von Algenbildung. Im Filtergewebe
bildet
sich Pilzmyzel, das auch durch regelmäßige und häufige
Reinigung – oder Rückspülung - nicht entfernt werden kann, da
es sich innerhalb des Filtergewebes ansiedelt. Es müsste somit die
Filterkartusche ständig erneuert werden, was erhebliche Kosten
verursacht.
Sitzt ein solcher
Feinfilter
bei Saugpumpen vor der Pumpe in der Saugleitung, sprechen die Experten
vom „schnellen Pumpentod“, da bei zugewachsenem Filter die Pumpe
trocken
läuft.
Sitzt ein Feinfilter
hinter der Pumpe in der Druckleitung, sprechen die Experten vom
„langsamen
Pumpentod“, da bei zugewachsenem Filter die Pumpe „taktet“ und der
Elektromotor
aufgrund der übermäßigen Schalthäufigkeit
überlastet
wird. Hinzu kommt, dass aufgrund der Pumpendruckleistung Keime und
Pilze
aus der Filterkartusche in das Rohrleitungssystem gedrückt werden
und die Anlage infizieren. Die manchmal gut gemeinte Vorsicht eines
Installateurs
hat genau die gegenteilige Wirkung zum Schaden des Nutzers.
Trinkwassernachspeisung
Wenn in langen Trocken-
und
Frostperioden der Regenwasservorrat nicht ausreicht, muß zur
Gewährleistung
der Betriebsbereitschaft bedarfsgerecht Trinkwasser in die Anlage
eingespeist
werden.

Unter der Vorgabe der
strikten Trennung von Betriebs- und Trinkwassersystem darf dies
gemäß
TrinkwV (Trinkwasserverordnung), DIN 1988 (EN 1717) und DIN 1989 nur
mit
einer Sicherungseinrichtung, bezeichnet als "freier Auslauf" erfolgen
(Rohrunterbrecher,
Rohrtrenner, Systemtrenner u.ä. sind nicht zugelassen!).
Das Rohrende des
Trinkwassersystems
muß sich mit einem Abstand vom doppelten Auslaufrohrdurchmesser,
mindestens aber 2 cm, oberhalb der Kante des Einlauftrichters ins
Regenwassersystem
befinden (siehe Skizze), wobei auf eine rückstaufreie
Leitungsführung
im drucklosen Teil ab Trichter bis hin zum Speicher zu achten ist.
Grundsätzlich
sollte
sich der freie Auslauf oberhalb der Rückstauebene befinden um
Gebäudeüberflutungen
bei Zisternenrückstau zu vermeiden. Er darf sich nie im Speicher
selbst
oder Domschacht des Speichers befinden. Die DIN 1989 führt
hierzu
unmißverständlich aus: "Die Sicherungseinrichtung ist
außerhalb
des Regenwasserspeichers und außerhalb des Einstiegschachtes
(Dom)
zu installieren."
Es empfiehlt sich, die
Nachspeisung über einen Sensor und ein Magnetventil (mit
Schmutzfänger)
automatisch zu steuern.
Eine Rohr- oder
Schlauchverbindung
zwischen Regenwasserleitung und Trinkwasserleitung mit
Absperrhähnen,
Magnetventilen oder Rückflußverhinderern dazwischen zum
einfachen
Umschalten ist keine ausreichende Sicherheitseinrichtung im Sinne der
Vorschriften
und daher verboten. Der Grund für diese strenge Vorschrift ist
nicht
eine Regelungswut von Behörden, sondern die Tatsache daß
eventuelle
Keime in Regenwasserleitungen auch gegen die Fließrichtung durch
Absperrarmaturen wachsen und damit ein komplettes Trinkwassernetz
infizieren
können. Durch die "Luftstrecke" bei einem freien Auslauf wird dies
zuverlässig unterbunden.
Auf dem Markt
befinden
sich von verschiedenen Herstellern sogenannte "Nachspeisemodule" oder
"Kompakteinheiten",
die das Trinkwasser aus einer separaten Box direkt in die Saugleitung
der
Pumpe einspeisen (irrtümlich auch als "Direktumschaltung"
bezeichnet).
Die meisten
Nachspeisemodule
arbeiten nur mit einer integrierten selbstansaugenden Pumpe
(Hauswasserwerk)
und unterliegen daher physikalischen Grenzen (max. Sauglänge ca.
12
m, max. Saughöhe ca. 7 m, Saugleitung muß steigend zum Haus
verlaufen). Ein Betrieb solcher "Nachspeiseboxen" mit energetisch
wirkungsvolleren
Tauchpumpen, die keine Geräusche im Haus verursachen, ist aus
physikalischen
Gründen nicht möglich, es sei den, es wird eine
zusätzliche
Nachspeiseleitung zur Tauchpumpe in der Zisterne geführt (=Nippel
rückwärts durch die Lasche geführt!).
Untersuchungen haben
darüberhinaus gezeigt, daß Nachspeisemodule keine Einsparung
bei der Trinkwassernachspeisung bringen gegenüber einer
"klassischen"
Nachspeisung in die Zisterne, wenn diese durch eine gute elektronische
Steuerung bedarfsgerecht gesteuert und überwacht wird.
Des weiteren sollte der
Interessent eines "Nachspeisemoduls" wissen, daß aufgrund der
unterschiedlichen
Saugverluste beim Saugbetrieb aus der Zisterne oder dem Betrieb aus dem
Nachspeisebehälter auch unterschiedliche Druckverhältnisse an
den Verbrauchern entstehen, wenn es sich um ein Modul mit nur einer
Saugpumpe
ohne zusätzliche Ladepumpe in der Zisterne handelt.
Nachspeisemodule, die
mit herkömmlichen Schwimmerschaltern ohne Führungsarm
angesteuert
werden sind abzulehnen, da bei solchen Modulen nicht sichergestellt
ist,
ob bereits bei geringen Regenwassermengen rechtzeitig von Trinkwasser
auf
Regenwasser zurückgeschaltet wird. Bei solchen Modulen kann
aufgrund
der verzögerten Umschaltung der Trinkwasserverbrauch sogar
höher
sein als bei einer elektronisch gesteuerten und überwachten
Nachspeisung
direkt in die Zsiterne.
Grundsätzlich
sollte
es sich jeder Betreiber genau überlegen, ob sich für ihn die
höheren Anschaffungskosten eines solchen Moduls lohnen, da der
Betriebskomfort
gegenüber einem Tauchpumpensystem geringer ist, keine
Trinkwassereinsparung
gegenüber einer elektronisch Nachspeisung zu erwarten ist und eine
Überwachung der Zisterne, sowie angeschlossener Verbraucher durch
Nachspeisemodule nicht möglich ist.
Anlagensteuerung (Management)
Regenwasseranlagen
müssen
betriebssicher und bedienerfreundlich sein. Es empfiehlt sich daher der
Einbau einer automatischen Anlagensteuerung. Sie sollte immer den
Schutz
der Pumpe vor Trockenlauf und bedarfsgerecht die Nachspeisung von
Trinkwasser
bei Regenwassermangel regeln. Bedarfsgerechte Nachspeisung bedeutet,
dass
bei Regenwassermangel nur soviel Trinkwasser eingespeist wird, wie
erforderlich
ist. Zu empfehlen ist darüber hinaus eine optische
Füllstandskontrolle,
sowie eine zusätzliche „Urlaubssicherung“, die verhindert,
daß
bei technischen Störungen unkontrolliert größere Mengen
an Trinkwasser versickern können (Abschaltung der Nachspeisung bei
ungewöhnlich langer Öffnungszeit, z.B. nach 1 Std.,
serienmäßig
bei REWALUX-Anlagen).
Alle
wasserkontaktierende
Teile müssen korrosionsfrei sein. Der Tanksensor sollte mit
gefahrlosem
Schwachstrom arbeiten.
Schwimmerschalter
erfüllen
diese Bedingungen nur eingeschränkt. Die Schaltwege sind relativ
lang
und ungenau, so daß eine geringere Nutzung des Speichervolumens
und
ungenauere, größere Trinkwassernachspeisung erfolgt. Dies
trifft
auch für "Nachspeisemodule" zu, die über Schwimmerschalter
ohne
Führungsarm gesteuert werden.
Sicherheitseinrichtungen
Je nach Anlagenart und
Gebäudetyp
müssen folgende Sicherheitseinrichtungen installiert werden:
- Durchgängige
Kennzeichnung
aller Anlagenteile, besonders der Verbrauchsstellen, als "Kein
Trinkwasser"
- Kennzeichnung
der
Betriebswasserleitungen
mit "Kein Trinkwasser"
- Entsprechendes
Hinweisschild
auf die Regenwasseranlage am Haupthahn der Trinkwasser-versorgung
- Entleerungsventil
am tiefsten
Punkt des Drucksystems
- Sicherungseinrichtungen
für
Zapfstellen gegen unbefugtes Benutzen.
Wartung
Grundsätzlich ist
jede
Anlage zur Gewährleistung der dauerhaften Betriebssicherheit in
bestimmten
Intervallen zu warten. Bei einer guten Anlage sollten mechanisch
belastete
Teile wie die Pumpe oder das Magnetventil 2 mal jährlich,
wartungsextensive
Teile wie Filtersammler 1 mal jährlich geprüft und gewartet
werden.
Bei dem vorher
beschriebenen
System sollte eine Speicherreinigung höchstens alle 5 - 10 Jahre
erfolgen,
da bei der Reinigung die wertvolle Bioschicht auf dem Sediment mit
entfernt
wird und eine Neubildung einige Wochen benötigt.
In der Praxis zeigt
sich,
daß wartungsintensive Bauteile (z. B. Kies-/Sandfilter,
Gewebefeinfilter,
Druckmembrangefäße an den Pumpen, Billigpumpen) die
Wartungsfrequenz
und die Folgekosten deutlich erhöhen. Werden viele
wartungsintensive
Teile eingebaut, wird im Extremfall die Anlage zur
Beschäftigungstherapie
und zum Folgekostengrab, nicht aber zu einer sinnvollen
Gebäudetechnik.
Die
Regenwasseranlagen
von REWALUX sind fast wartungsfrei ausgelegt, wenn alle abgestimmten
Baukomponenten
eingesetzt werden und keine Kombination mit Fremdteilen erfolgt. Es
müssen
lediglich die Filter überprüft werden. Pumpe und
Nachspeiseventil
werden durch die Anlagensteuerung automatisch geprüft.
Planung und Bau
Grundsätzlich sind
Regenwassernutzungsanlagen
in jedem Gebäude installierbar. Ausnahmen ergeben sich bei
Gebäuden,
die keinen geeigneten Platz für den Speicher oder keine geeigneten
Dachflächen haben oder nicht gegenüber einem
Kanalrückstau
abgesichert werden können.
Grundlagen der Planung
sind die oben beschriebenen technischen Mindeststandards und die
auffangbaren
Wassermengen.
Die
Speichergröße,
orientiert sich hauptsächlich an der verfügbaren
Dachfläche
und Niederschlagsmenge und berechnet sich aus:
Regenwasserertrag/Jahr
in m³ x Ladebeiwert (0,06) = Speichergröße in m³.
Falls der Bedarf an
Regenwasser
geringer ist als der Ertrag, kann die Berechnung der
Speichergröße
anstelle des jährlichen Regenwassertrags auch nach dem
jährlichen
Regenwasserbedarf erfolgen. Hierbei ist aber zu bedenken, daß im
Laufe der Betriebszeit einer Regenwassernutzungsanlage der
Regenwasserbedarf
durch Veränderung der Personenzahl variieren kann.
Sie gelangen auch
hier
zur Online-
für Regenwasserspeicher nach DIN 1989. Dieses Programm weist bei
größeren
Differenzen zwischen Regenwassertrag und Regenwasserbedarf die
Brechnungsgrundlage
aufgrund Ihrer Eingaben im Ergebnis aus und schlägt ggf.
verschiedene
Speichergrößen je nach Berechnungsart vor. Es besteht dann
die
Möglichkeit, sich für eine individuelle
Speichergröße
innerhalb der vorgeschlagenen Speichergrößen zwischen
Minimum
und Maximum zu entscheiden.
Gewarnt sei vor zu
großen
Speichern, da diese zu selten überlaufen, kann die Schwimmschicht
nicht abgeschwemmt werden (Fehlen der 3. Reinigungsstufe), in der Folge
fault das Wasser und muß dann verworfen werden. Im übrigen
zeigt
die Praxis, daß auch mit einem eigentlich knapp dimensionierten
Speicher
noch ein verblüffend hoher wirtschaftlicher Nutzen erzielbar ist.
Computersimulationen
haben
ergeben, daß bei doppeltgroßem Speichervolumen wie dem
Optimum
lediglich eine Nutzungssteigerung von ca. 5% erzielt wurde, aber bei
halbgroßem
Speichervolumen immer noch eine beachtliche Deckungsrate von ca. 85%
erzielt
werden konnte.
In der Praxis ist
leider
immer wieder festzustellen, daß ungenügend informierte
"Fachleute"
oder gut geschulte Verkäufer weit überdimensionierte
Speicher
anbieten, nach dem falschen Motto "viel hilft viel".
Sorgfalt ist bei der
Auftragsvergabe
an Installationsbetriebe und Regenwasser-Fachfirmen geboten. Obwohl die
Regenwassernutzung seit über 10Jahren als Gebäudetechnik
bekannt
ist, haben einige ausführende Firmen nur wenig Erfahrung bei der
Installation
von Regenwassernutzungsanlagen. Nicht jede Firma, die
Regenwasserspeicher
oder Pumpen anbietet ist auch ein Spezialist für komplette Anlagen.
Prüfen Sie bei dem
Betrieb Ihrer Wahl, ob komplette, abgestimmte Systeme angeboten werden
und lassen Sie sich einige Referenzanlagen nennen. Lassen Sie sich auch
die Berechnungsgrundlagen für Ihre Speicherdimensionierung
erläutern.
Ein Hauptfehler ist
meist
bereits bei der Planung festzustellen. Oft besteht noch die
altertümliche
Vorstellung, leider auch bei einigen Architekten und
Planungsbüros,
daß eine Regenwassernutzungsanlage lediglich aus einem
Sammelbehälter
mit je einem Loch für Zu- und Ablauf, sowie einem Hauswasserwerk
besteht.
Die Fallrohre werden ohne Filter direkt angeschlossen, wie früher
bei einer Jauchegrube, anschließend wird dann lediglich ein
"Saugrohr"
ohne Leerrohr in der Erde vergraben.
Ein weiterer grober
Fehler
erfolgt dann bei der Auftragsvergabe. Der Bau einer
Regenwassernutzungsanlage
wird in zwei unabhängige Teilbereiche aufgeteilt. Der Roh- oder
Tiefbauer
soll beim Bauaushub gleich den Erdspeicher und die Grundleitungen, der
Installateur später die restliche Anlagentechnik einbauen.
Diese unkoordinierte
Auftragsaufteilung führt in den meisten Fällen zu technischen
Problemen, die sogar den Bau einer funktionierenden Anlage verhindern
können,
oder nur mit kostspieligen Änderungen ermöglichen.
Insbesondere
sei davor gewarnt, erst einmal ohne Komplettplanung einen beliebigen
Wasserspeicher
zu setzen und später die restliche Anlagentechnik auszuwählen
und einzubauen.
Die Bauausführung
der gesamten Anlage sollte möglichst in einer Hand liegen. Da die
Bauausführung mehrere Gewerke umfasst ist es oft schwierig einen
verantwortlichen
"Generalunternehmer" für den Einbau der komplette
Regenwassernutzungsanlage
zu finden. Wenn der Anlageneinbau auf verschiedene Unternehmer
aufgeteilt
werden muß, ist der Einbau zumindest von einer verantwortlichen
Person
(Bauleiter) unter Berücksichtigung der einzubauenden Gesamtanlage
und der Einbauanleitungen zu koordinieren und zu überwachen. Die
Einbauüberwachung
kann auch vom Bauherren/Baufrau anhand dieses Ratgebers und der
Einbauanleitungen
selbst durchgeführt werden.